Wenn wir Ihnen für Ihre LEGO-Sammlung ein Angebot machen, wirkt das von außen einfach: Wert schätzen, Preis nennen, abholen. Was dazwischen liegt, sieht man kaum. Deshalb habe ich einen Abholtag Ende September einmal von morgens bis abends begleitet, mitgeschrieben und fotografiert.

Der Tag im Überblick
- 5:30 Uhr: Aufstehen
- 7:30 Uhr: Sprinter bei Sixt in Kassel abholen (zwei Wochen vorher reserviert)
- Gut drei Stunden Fahrt zum Verkäufer, inklusive Stau
- Fast zehn Stunden vor Ort: Lager ausräumen, jedes Set prüfen, Sprinter beladen
- Abends: Rückfahrt und die komplette Ladung ins eigene Lager bringen
- Am nächsten Morgen: Sprinter zurückgeben
- In den Tagen danach: Inventarisieren, in den Shops einstellen, verkaufen, verpacken, versenden
5:30 Uhr: Der Tag beginnt, bevor die Abholung beginnt
Der Wecker klingelt um 5:30 Uhr, denn um 7:30 Uhr hole ich in Kassel einen Sprinter bei Sixt ab. Den habe ich bereits zwei Wochen vorher reserviert. Bei einer Sammlung dieser Größe reicht kein normales Auto, selbst ein Kofferraum voller Kartons käme nicht annähernd hin.
Die Miete läuft pro Tag: Der lange Sprinter kostet 240 € am Tag. Das bestimmt den ganzen Ablauf. Abends muss alles ausgeladen sein, damit das Fahrzeug am nächsten Morgen zurückgehen kann, denn jeder zusätzliche Tag kostet wieder 240 €.
Drei Stunden Fahrt
Von Kassel geht es direkt weiter zum Verkäufer. Mit Stau dauert die Fahrt gut drei Stunden. Die Anfahrt gehört bei jeder Abholung dazu, und sie lässt sich nicht abkürzen: Bei größeren Mengen holen wir persönlich ab und schicken niemanden mit einem Paketschein los.
Fast zehn Stunden vor Ort: ausräumen, zählen, prüfen
Dann beginnt der eigentliche Teil. Das Lager wird Stück für Stück ausgeräumt, und jedes einzelne Set wird in die Hand genommen. Dabei prüfe ich zwei Dinge:
- Beschädigungen: Ist der Karton intakt, oder gibt es zum Beispiel eingedrückte Ecken, Risse oder Gebrauchsspuren, die den Wert verändern?
- Vollständigkeit und Stückzahl: Stimmen die Mengen mit der Liste überein, die ich vorher bekommen habe? Bei größeren Lagerbeständen weichen Liste und Wirklichkeit schneller voneinander ab, als man denkt. Mal ist ein Set mehr da, mal fehlt eines. Das fällt am besten gleich vor Ort auf und nicht erst zu Hause.
Auch Kleinteile wollen gezählt sein. Dazu gehörten unter anderem Kartons voller Sammelfiguren-Tüten, bei denen ebenfalls die Menge stimmen muss.

Nach und nach füllt sich der Sprinter mit den geprüften Sets. Beim Beladen kommt es darauf an, dass nichts unterwegs verrutscht und keine Kartons gedrückt werden, denn ein Set, das beim Transport Schaden nimmt, ist schlechter zu verkaufen als eines, das unbeschädigt ankommt.


Abends: Heimfahrt und Ausladen
Danach geht es noch einmal die ganze Strecke zurück. Zu Hause wird die komplette Ladung noch am selben Abend ins Lager getragen, denn der Sprinter muss am nächsten Morgen wieder zurück zu Sixt. Erst dann ist der Abholtag vorbei.

Und dann geht die Arbeit erst richtig los
Die Ware liegt im Lager, aber verdient ist damit noch nichts. Jetzt folgt, was man von außen am wenigsten sieht:
- Inventarisieren: Jedes Set muss in mein System aufgenommen werden, mit Setnummer, Stückzahl und Einkaufspreis. Nur so weiß ich später, was ich habe und was es mich gekostet hat.
- Einstellen: Anschließend werden die Sets in den Shops gelistet, mit Fotos, Beschreibung und Preis.
- Verkaufen und versenden: Jede einzelne Bestellung wird später noch verpackt und verschickt. Auch das ist Arbeit, die bei jedem Set erneut anfällt.
- Beschädigungen dokumentieren: Sets mit Mängeln fotografiere ich und beschreibe sie genau, damit der Käufer vor dem Kauf weiß, in welchem Zustand das Set ist. Dafür zahlt er dann auch weniger.


Ein Beispiel dafür ist das LEGO® Technic Lamborghini Sián FKP 37 (42115) aus dieser Abholung: Der Karton hat ein Loch in der Seitenwand. Ich fotografiere es und gebe es im Angebot an. Das ist fair gegenüber dem Käufer, aber es bedeutet auch, dass dieses Set weniger bringt als eines im Bestzustand.
Was das für Ihren Ankaufspreis bedeutet
Wenn wir ein Angebot machen, bezahlen wir damit nicht nur die Sets. Im Preis stecken auch ein Fahrzeug für einen Tag, eine Anfahrt, ein langer Tag vor Ort, das Prüfen und Zählen, das Risiko beschädigter Sets, die Lagerzeit sowie das Einstellen und Versenden jedes einzelnen Sets. Wie sich das in einer konkreten Rechnung zusammensetzt, haben wir in unserem Beitrag So kaufen wir LEGO-Sammlungen an – und so setzt sich der Preis zusammen Schritt für Schritt aufgeschlüsselt.
Dafür sparen Sie sich einiges: Sie müssen nicht jedes Set einzeln fotografieren, einstellen, verkaufen und verschicken, keine Käuferanfragen beantworten und keinen Ärger mit Käufern austragen. Eine Abholung, ein Termin, und die Sammlung ist weg.
Sie möchten Ihre Sammlung verkaufen?
Ob eine einzelne Kiste oder ein ganzes Lager: Wir schauen uns Ihre Sammlung an, machen ein faires Angebot und holen bei größeren Mengen persönlich ab. Alle Informationen und das Anfrageformular finden Sie auf unserer Seite LEGO-Ankauf.